Freie Wähler auf Informationstour von Insel zu Insel gepaddelt!

Naturkundlichen Rundgang durch das Naturschutzgebiet "Insel Graswerth".

NIEDERWERTH/Kreisgebiet. Um sich vor Ort ein Bild darüber machen zu können, wie wichtig Naturschutzgebiete für uns sind, machten sich die Mitglieder der Kreis FWG mit kompetenter Hilfe an ihrer Seite, Herrn Leo Heuser Vertreter des Naturschutzes, bei herrlichem Sonnenschein auf den Weg zur Insel Graswerth im Rhein. Auslöser für dieses Treffen war eine Einladung der FWG Niederwerth, vertreten durch den FWG Bürgermeister Alfons Klöckner. Die einzig bewohnte Inselgemeinde im Rhein ist Niederwerth, die auch bekannt ist durch seinen Spargel- und Erdbeer- sowie Zwiebelanbau auf der Nachbarinsel Graswerth. Sie wurde 1978 unter Naturschutz gestellt und zählt zu den letzten noch verbliebenen Auenwaldgebieten am Mittelrhein.

Man kann die Insel Graswerth nur mit einem Boot erreichen. Wenn man bedenkt, dass man in Zeiten der Spargelernte zwei bis dreimal am Tage zur Insel musste, so war die Fahrt früher eher mühsam und lästig. Für die Freien Wähler war die Fahrt mit dem Motorboot, jedoch eine eindrucksvolle und interessante Abwechslung.

Schon vom Boot aus konnte die Gruppe die ungeheure Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen der Insel erkennen. Der naturnahe Rheinuferbereich und die grün überwucherte Insel spiegeln auch heute noch im Kleinen ein Landschaftsbild wider, wie es vor der Rheinbegradigung überall am Fluss anzutreffen war. "Jetzt sind nur noch wenige Spargel- und Erdbeerfelder auf der Insel zu finden", erzählt Heuser. Zwischenzeitlich hat sich die Natur von dem einst bewirtschafteten Land vieles zurückgeholt.

Mit diesem Strukturwandel ging natürlich auch eine Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt einher. Vögel, die auch offene Flächen benötigen, zogen ab. Andere Arten, denen wiederum dichtes Gestrüpp zugute kommt, nahmen zu. Nicht zu unterschätzen ist nach Meinung Heusers dieser strömungsarme Wasserbereich, der auch als Reproduktionsstätte für Fische und Insekten dient. Unter anderem gibt es dort eines der größten regionalen Vorkommen der Gebänderten Prachtlibelle.

Allein auf Graswerth werden bislang mehr als 160 verschiedene Vogelarten beobachtet. Besonders Wasservogelarten, begnügen sich mit unserem relativ milden Klima. Oft versuchen Vögel in nördlicheren Regionen, zum Beispiel an der Elbe, über den Winter zu kommen. Wenn diese aber Eis führt, treffen in unserer Region täglich mehr Wintergäste ein. Hier sind sie dann auf störarme Gewässer mit ausreichender Nahrung angewiesen. Dazu zählen die Baggerseen der Umgebung. Wenn diese jedoch zugefroren sind, bleiben nur wenige geeignete Flussbereiche. Hierzu zählt das Naturschutzgebiet Insel Graswerth in besonderer Weise.

Rechts im Bild ist Herr Leo Heuser Vertreter des Naturschutzes zu sehen. Aus botanischer Sicht machen auf Graswerth zunehmend eingebürgerte fremde Arten den heimischen Pflanzen das (Über-)Leben schwer. Zu den so genannten Neophyten gehören die Kanadische Goldrute, das Indische Springkraut und der Japanische Knöterich. Auf naturkundlichen Wanderungen versucht Herr Leo Heuser den Teilnehmern neben der Schönheit und Empfindlichkeit auch die Schutzwürdigkeit derartiger Gebiete nahe zu bringen, wofür sich die Freien Wähler herzlichst bedanken.

Pressemitteilung Freie Wähler Mayen
Internet am 24. Mai 2003