Freie Wähler Mayen und Kreis FWG besichtigten "Reginaris-Brunnen in Mendig"



Seit Januar eine GmbH & Co Kg

Mendig/Thür.  Größter Anteilseigner der Reginaris Mineral- und Heilbrunnen GmbH & Co Kg ist mit rd. 90 % die Firma Veltins. Reinhard Mohn, Betriebsleiter dieser mittelständischen Firma, wies zu Beginn der Besichtigung darauf hin, dass der Reginaris-Brunnen seit dem 01. Januar diesen Jahres in Form einer GmbH &Co Kg geführt wird. Durch diese Veränderung soll die Flexibilität des Betriebes erhöht werden, weil wichtige Entscheidungen dadurch schneller und effizienter herbeigeführt werden können.

Die Änderung in der Leitung des Unternehmens hat zur Folge, dass der alte Vorstand mit Klaus Kissel an der Spitze durch den neuen Geschäftsführer der GmbH, Andreas Ziegler, abgelöst worden ist. Eingeladen zu dieser Betriebsbesichtigung hatte der Vorsitzende der Freien Wählergruppe des Kreises Mayen-Koblenz e. V., Lothar Merkelbach, aus Wolken. Wegen einer Krankheit konnte Lothar Merkelbach allerdings selbst nicht an dieser Informationsveranstaltung teilnehmen, so dass die ca. 20 Personen umfassende Gruppe von dem 2. Vorsitzenden, Theo Krings, der in Thür wohnt, geleitet wurde. Der Betriebsrundgang begann mit der Besichtigung der Kastensortieranlage; hier werden die grünen und die weißen Flaschen getrennt in unterschiedliche Kästen eingebracht.

Diese Trennung ist notwendig, weil die weißen Flaschen mit einem höheren Kohlensäureanteil befüllt werden können. Über das riesige Getränke-Logistikzentrum ging es weiter in das Herzstück des Betriebes, der großen und kleinen Glas-Abfüllanlagen. Hier können bis zu 36.000 bzw. 15.000 bis 20.000 Flaschen in der Stunde befüllt werden. Im Anschluss an die Besichtigung standen sowohl Andreas Ziegler, als auch Reinhard Mohn für Fragen der Kommunalpolitiker zur Verfügung. "Ich kann bestätigen", so der Betriebsleiter, "dass sich die Firma Veltins verstärkt dem Mineralwassergeschäft annehmen will. Es muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass der Markt sehr hart umkämpft ist und ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb stattfindet."Hauptabnehmer der Getränke aus dem Reginaris-Brunnen sind nach wie vor Getränkegroßhändler und die verschiedenen Lebensmittelmärkte. Wichtig erscheint auch der Hinweis, dass sich die ab 01. Januar geltende Gesetzeslage in Bezug auf das Pfand für Verpackungen positiv auf den Umsatz der Firma Reginaris ausgewirkt hat, weil die sogenannte Einweganlage quasi als Nebenproduktion geführt wurde.

Schließlich traf Reinhard Mohn auf eine entsprechende Frage die Feststellung, dass sich die landwirtschaftliche Nutzung der Felder um den Betrieb herum - z. B. das Ausfahren von Gülle - auf die Gewinnung des Mineralwassers nicht auswirkt, weil dieses aus einer Tiefe von rd. 400 Meter gewonnen wird und sich dazwischen feste Erdschichten befinden. Mit besonderer Genugtuung nahm die Freie Wählergruppe zur Kenntnis, dass die Zahl der Mitarbeiter, die derzeit bei 48 liegt, demnächst merklich ansteigen wird. Sie baten darum, Beschäftigte, die in der näheren Umgebung beheimatet sind, einzustellen. Im Jahre 2001 feierte die Firma Reginaris ihren 100-jährigen Geburtstag. Gegründet wurde das Unternehmen von den sogenannten "Westfälischen Wirten", wobei anzumerken ist, dass das Brunnenwasser zunächst nur zum Bierbrauen und erst später zur Gewinnung von Mineralwasser und Limonade verwandt wurde; die Limonadenmarke "Regina" ist den Älteren noch heute in bester Erinnerung. Inzwischen haben die Eigentumsverhältnisse mehrmals gewechselt. Die "Westfälischen Wirte" verkauften an die Firma "Wicküler" und danach waren mehr oder weniger kurzfristig die Firmen "Diebels" und "Bier-Schneider" Eigentümer bis sich im Jahre 1991 die Brauerei "Veltins" engagierte.

Mayener Stadtzeitung -Jo-
März 2003